Frohes Neues! (JAN 26)
im Jan. 2026
Meine lieben Freundinnen und Freunde des gepflegten Kabaretts,
was kann man zum neuen Jahr wünschen?
Vielleicht einen Jahreswechsel ohne eine Neujahrsansprache von Friedrich Merz. Denn obwohl es seine erste war, hörten wir viel vom üblichen Salbader von wegen: "Wird schon!"
Und als er dann aber sagte, man solle nicht auf die Schwarzmaler hören, da dachte ich: Ausgerechnet aus dem Mund eines CDU-Politikers klingt das ja fast schon nach Selbstkritik.
Und kaum waren die Worte von Merz verklungen, lässt Donald Trump den Venezuelanischen Staatschef Maduro in dessen Land mit einem Militärschlag festnehmen und in die USA ausfliegen. Im Kampf gegen Drogen. Vier Wochen, nachdem Trump den verurteilten Kokain-Großhändler Juan Hernandez persönlich begnadigte. Was man halt so macht im Kampf gegen Drogen.
Nach der Entführung von Maduro gab Trump dann ein Statement ab, in dem er erklärte, es ginge um Demokratie und Freiheit und Menschenrechte und so. Und außerdem, wie hieß das noch? Ach ja, um Öl.
Und wer sich während der Rede fragte, ob der Simultandolmetscher eigentlich noch in der Ausbildung steckt oder unter Sedativa steht oder geistig nicht mehr alle Latten am Zaun hat, musste feststellen: Es liegt nicht am Dolmetscher.
Und wie zum Beweis verkündet Trump, man habe mit der Venezuelanischen Vizepräsidentin Rodríguez gesprochen und bereits eine Übergangsregierung vereinbart und eine halbe Stunde später stellt die sich in Caracas vor die Kameras und sagt: "Dat wüsst ich aber"
Und es könnte sein, dass der altersweise und mental völlig fitte Donald die Kollegin Rodríguez einfach nur mit Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin Machado verwechselt hat. Und die sitzt währenddessen im Exil und denkt sich: Das hätte Biden nicht schlechter hinbekommen.
Und wenn die Trump und seine Speichellecker um ihn herum glauben, dass die amerikanische Ölindustrie jetzt in Venezuela investieren wird, nur mal zur Erinnerung: Auch wenn Maduro sein Wahlergebnis gefälscht hat, heißt das ja nicht, dass die Bevölkerung zu 100% gegen ihn war. Von Stabilität ist das Land nach wie vor weit entfernt. Und wenn es etwas gibt, das Investoren so richtig begeistert, dann Strukturen, die so verlässlich sind, wie die Stromleitungen im Süden Berlins.
Und dann reagierte auch Friedrich Merz und nannte die Lage in Venezuela "komplex". Was exakt das Wort ist, das auch ich verwenden würde, um das deutsche Minderwertigkeitsproblem gegenüber den USA auf den Punkt zu bringen.
Und als Reaktion auf die Entführung Maduros schlug der russische Scharfmacher Medwedew vor, man könne ja auch Friedrich Merz von einer Spezialeinheit nach Russland bringen lassen. Die Reaktion in der deutschen Bevölkerung darauf war ein einhelliges: "Och… öhm… nuntja… hmmmmmm"
Bis zur nächsten Neujahrsansprache dann…..
Meine Lieben,
die Ereignisse im neuen Jahr haben mich zum Grübeln gebracht.
Europa hält gegenüber Amerika nicht zusammen.
Wenn wir ein vereintes Europa wären, dann würden wir mit einer "Stimme" sprechen.
Es scheint, dass wir als Europa noch einen langen Weg dahin gehen müssen.
Liebe Grüße an Alle