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Versprochen ist versprochen (NOV 20)

Liebe Freundinnen und Freunde des politischen Kabaretts,



"Versprochen ist versprochen" lautet ein Satz, den ich aus meinen Kindertagen kenne. "Und wird nicht gebrochen" ging dieser Satz dann weiter. Aber damals wussten wir ja noch nicht, dass es Politiker gibt.

Seit zwei Wochen befinde ich mich ja wieder im Lockdown-bedingtem Berufsverbot. Und ebenso lange warte ich jetzt darauf, dass die von Olaf Scholz und Peter Altmaier versprochene Novemberhilfe auf meinem Konto erscheint. Aber nunja, als die beiden was von "unbürokratisch und schnell" faselten, wusste ich ja schon aus den Erfahrungen der letzten 8 Monate, was mich erwartet, nämlich die 4 Wörter mit "V": Vertröstung, Verarsche und valsche Versprechungen.

Ein Umstand, der mich aber ganz besonders freut, vor allem, weil die große schwarz-rote Regierungskoalition nach insgesamt 12 Jahren an der Macht mit gebrochenen Versprechungen nicht nur die komplette Fridays-For-Future-Generation verloren hat, sondern auch die Hälfte der Ostdeutschen, und jetzt schickt sie sich an, Soloselbstständige, Kulturschaffende, Veranstaltungsbranche, Hotel- und Gaststättenbetreibende auch noch zu verlieren. Das sind insgesamt rund 4 Millionen Beschäftigte. Wir sehen uns an der Wahlurne.

Bevor wir uns missverstehen: Ich sage nicht, dass ein Lockdown sinnlos ist. Nein, das sagt Julian Nida-Rümelin, der ehemalige Kulturstaatsminister, also der Posten auf dem Monika Grütters seit Monaten kläglich versagt.
Dieser Julian Nida-Rümelin saß kürzlich bei Anne Will und wies nach, dass Länder mit Lockdown wie z B Peru oder Spanien im Bevölkerungsschnitt genau so verheerende Infektionszahlen haben, wie Brasilien oder die USA. Ein Land, in dem der einzige Lockdown soeben im Weissen Haus stattfindet, allerdings unbemerkt von dem Gelockdownten. Da behaupte noch mal einer, dass eine überstandene Covid19-Erkrankung keine Spätfolgen hat.

Ich sage also nicht, dass ein Lockdown sinnlos ist. Ich sage nur, dass die Kollateralschäden ebenfalls nicht zu unterschätzen sind.
Wir schützen das Gesundheitssystem, und mit den Schutzmaßnahmen zerstören wir das Kultursystem, das Sozialsystem, das Finanzsystem und das Wirtschaftssystem.
Was dann nicht nur psychologische und psychosomatische, sondern ebenfalls auch wiederum finanzielle, wirtschaftliche, soziale, gesundheitliche und medizinische Konsequenzen hat.
Wir schützen also Gesundheit, und verursachen dadurch Krankheit.
Wir retten Leben, und durch die Rettungsmaßnahmen zerstören wir Leben.


Und das nicht nur unmittelbar, sondern auch und vor allem nicht zuletzt in naher und ferner Zukunft. Das sind dann Spätfolgen und Langzeitschäden, die in keiner Statistik des Robert-Koch-Instituts auftauchen.

Ich sage damit nicht, dass man nichts tun soll, aber wie wäre es mal mit mehr zielgerichteten Maßnahmen und weniger aktionistischer Symbolpolitik. Zumal man ja sogar zugibt, dass 75% der Infektionen gar nicht nachverfolgbar sind.
Also stell dir vor, du gehst zum Arzt, und sagst: "Herr Doktor, ich hab da so komische Symptome, und ich habe Angst, dass mir was schlimmes passieren könnte."
Und dann sagt der Doktor: "Ich hab zwar nicht die geringste Ahnung, was man dagegen machen könnte, aber zur Sicherheit würg ich dich jetzt mal ins Koma."
Dann fragst du: "Und das hilft gegen die Symptome?"

"Weiß ich nicht", sagt der Doktor, "aber auf alle Fälle spürst du dann nicht mehr deine Angst."

Folge: Wir haben 2 Wochen Lockdown rum, und die Infektionszahlen sinken nicht mal annähernd im gewünschten Maß. Und  - zack - bin ich umso begeisterter, als ich jetzt erfahren habe, dass mein Lockdown-bedingtes Berufsverbot deswegen womöglich in den Dezember verlängert werden soll.
Weshalb ich mich frage, was mir Olaf Scholz und Peter Altmaier dann wohl versprechen werden? Wahrscheinlich Spielsachen unterm Weihnachtsbaum. Und am Ende sind's ja doch nur Socken und ein kratziger Pullover. Aber das kann ich jetzt schon versprechen: Das werde ich mir dann nicht mehr anziehen. Und im Gegensatz zu Politikern werde ich mein Versprechen halten.

Womit ich nicht sagen will, dass ich wüsste, was zu tun wäre, oder wie man es besser machen könnte.
Schließlich habe ich weder Virologie, noch Epidemiologie, noch Infektiologie studiert. Und von Ideologie ganz zu schweigen. Weshalb mein Motto ja auch lautet: Logisch statt Ideologisch. Und logisch ist dabei doch aber folgendes:

Ich gehöre zu den 99,9% der Menschen, die von der aktuellen Pandemielage keine wissenschaftlich fundierte Ahnung haben. Man kann sagen: 99,9 % der Menschen sind Coronathematisch Idioten. Nur 0,1% hat Ahnung. Das sind die Fachidioten.

Und nun gibt es ja Fachidioten, die sagen: "Corona ist ist nicht gefährlich, und strenge Einschränkungsmaßnahmen sind nicht nötig." Und dann kommen welche von den 99,9%, die selber nicht die geringste Ahnung haben, ob das überhaupt stimmen könnte, und die sagen: "Genau! Alles gar nicht gefährlich!" 
Diese Leute nennt man Querdenker.

Auf der anderen Seite gibt es Fachidioten, die sagen: "Corona ist sehr gefährlich, und deswegen brauchen wir ganz strenge Maßnahmen." 
Und dann kommen welche von den 99,9%, die selber nicht die geringste Ahnung haben, und die sagen: "Genau! Alles sehr gefährlich!" 
Diese Leute nennt man Politiker.

Und zu guter Letzt gibt es dann noch Fachidioten, die sagen: "Corona ist nicht ungefährlich, aber wir brauchen deswegen vor allem angemessene Maßnahmen."
Und wenn dann welche von den 99,9% sagen:
"Das könnte evtl. der Wahrheit am nächsten kommen."
Dann kriegen diese Leute von beiden Seiten auf die Fresse.

Wenn man also mal wissen will, wie sich ein Leberkäse zwischen zwei Brötchenhälften fühlt: Einfach mal differenziert argumentieren.

Weswegen ich mich ja frage, warum man nicht mal die 0,01%, also die, die wirklich Ahnung haben, warum man nicht mal die zusammen in ein Fernsehstudio setzt. Also wirklich ausnahmslos nur die, die wirklich Ahnung haben. Also ohne Markus Lanz und ohne Markus Söder.

Und dann sitzen da sowohl die, die immer sagen: "Alles harmlos". als auch die, die sagen: "Alles ganz gefährlich". Und dann tauschen die ihre Argumente aus. Nennt sich kontroverse Debatte. Also falls sich noch jemand erinnert, was das ist.
Das heißt: Wenn dann einer von denen Scheissdreck redet, dann würde was ganz komisches passieren: Dann können die anderen es ihm nachweisen, und unter die Nase reiben.

Hammer, oder? Ja, das ist ein bislang ziemlich unbekanntes Verfahren seit Beginn der Coronapandemie: Das nennt sich öffentlicher Diskurs.

Und diese Sendung läuft aber nicht Dienstags um 23:45, sondern Samstags um 20:15. Prime Time. Auf Pro7. Ohne Sendeschluss. Ende offen. Wie früher bei "Schlag den Raab". Nur jetzt heißt die Sendung. "Schlagt Euch untereinander".

Und der Knüller: Alle 60 Minuten darf das Publikum einen rauswählen. Jede Wette: Wenn Karl Lauterbach dabei sitzt, weiß ich jetzt schon, wer als erster gehen muss.

Und damit nicht genug: Unter allen Anrufern verlosen wir eine Intensivpflegekraft.

Das wäre doch mal ein Format. Ganz ehrlich: wenn es so eine Sendung mal geben würde, ich würde sie mir angucken.
Versprochen! Und wird nicht gebrochen.



 



Kommentare

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13 Kommentare
#13 Horst Hingsen schrieb am 18.11.2020 18:28

Ich stimme ihnen zu. Die handelden Personen haben null Ahnung von dem was sie tun. Und da, wo man mit einem kleinen filligranen Hammer zuschlagen müsste, schlagen die mit dem Vorschlaghammer, nach dem Motto: wir treffen sicher das Ziel und die Kolateralschäden zahlt der Steuerzahler.

Uns trifft er, Gott sei dank, nicht!

Ich sähe gern mal, wenn dren Exiatenz zerstört würde ..........

BUTZKOMMENTAR:
#12 Peter Lautz schrieb am 15.11.2020 18:14

Hallo H G, finde Deinen Vortrag super geschrieben macht weiter so,freue mich auch schon auf die Sendung egal zu welcher Uhrzeit !

BUTZKOMMENTAR:
#11 Willi Günter schrieb am 15.11.2020 12:46

Hallo Robert, die Frage, wen man noch unbedenklich wählen kann, ist einfach zu beantworten: Niemand !

Ich hoffe auf neue Mehrheitsverhältnisse.

Warum sollen sich Merkel und Co. anstrengen, wenn uns die Sonntagsfrage (vorausgesetzt wir können darauf vertrauen) seit Jahren fast statisch präsentiert wird.

O-Ton Merkel bei der Verabschiedung Obamas in Berlin: "Der Wechsel gehört zur Demokratie." Was habe ich verzweifelt gelacht.

Bitte aber nicht falsch verstehen.

Wechsel und Demokratie in einem Satz

soll bedeuten: Politik a la Trump oder AFD brauchen wir nicht. Daraus folgt: Unsere Parteienlandschaft ist hinsichtlich Erfahrung bzw. Kompetenz, die Probleme unserer Zeit nachhaltig zu bekämpfen, dünn gesät. Die Tierschutzparteil z.B. verfolgt sicherlich lobenswerte Ziele, ist aber global betrachtet, höchstwahrscheinlich ungeeignet für eine politische Führung.

Nur geänderte Mehrheitsverhältnisse, meinetwegen auch alle vier Jahre, wird

die Parteienlandschaft mobilisieren, weil alle ihren Platz in erster Reihe vor dem Futtertrog nicht verlieren möchten. Konkret: Warum nicht Bündnis90 Die Grünen als stärkste Partei, die auch den Kanzler stellt, bloß nicht mit absoluter Mehrheit, sondern mit einem oder zwei Juniporpartnern, egal wer. Ansonsten bleibt alles beim Alten.

BUTZKOMMENTAR: