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Splitterfragen (OKT 20)

Liebe Freundinnen und Freunde des politischen Kabaretts,

die 2. Corona-Welle rauscht heran, und mir kommen da einige Gedankensplitter und Fragezeichen in den Sinn. Hier mein 27-Punkte-Manifest, bevor ich durchdrehe:

1.) Der Virologe Alexander Kekulé sagte mal vor einiger Zeit: "Wenn alle Menschen auf der ganzen Welt gleichzeitig für 14 Tage in Quarantäne gehen, ist das Virus besiegt." Hmm, warum machen wir das eigentlich nicht? Dürfte doch nicht soo schwer sein. ;-)

2.) Stattdessen lädt die Kanzlerin zu einer Teerunde mit den 16 Ministerpräsidenten den bis dahin völlig unbekannten Virologen Michael Meyer-Hermann ein, der dabei vor exponentiellem Wachstum gewarnt haben soll. Soll! Wird behauptet. Ich mein, ich weiß es nicht, denn ich war ja nicht dabei. Niemand war dabei. Außer dieser erlauchte Kreis von rund 2 Dutzend politischen Entscheidern. Und ein Experte.

3.) Wobei ich mich frage: Nach welchen Kriterien entscheiden die politischen Entscheider eigentlich, auf welchen Experten sie hören?
Diese politischen Entscheider sind ja Leute, die selber von dem Thema nicht die geringste Ahnung haben. Woher wollen die also wissen, welchen wissenschaftlichen Informationen sie glauben können? Claas Relotius hatte zunächst auch alle überzeugt.

4.) Wenn sie z B den Virologen Hendrik Streeck eingeladen hätten, hätte er ihnen eine Berechnung gezeigt, derzufolge es bereits in der ersten Welle zu keinem Zeitpunkt ein exponentielles Wachstum gegeben haben soll, wie auch jetzt täglich 20.000 Neuinfektionen kein Problem wären.

5.) Weil der Streeck sagt, dass man diese Zahl in Relation zur Gesamtzahl der Getesteten setzen muss, und da könne man sehen, dass die Zahl der täglichen Neuinfektionen prozentual sogar geringer ist als im Frühjahr.


6.) Weshalb auch der Chefepidemiologe der Berliner Charité Stefan Willich sagt, dass deswegen der Inzidenzwert von 50 erhöht werden muss. Worauf die erlauchten 2 Dutzend in der Teerunde auf einen anderen Experten hören und sagen: "Gut, dann senken wir den Inzidenzwert auf 35."

7.) Was mich zu der Frage führt, warum überhaupt nur ein einziger Experte angehört wird? Warum nicht mal 10-15? Und warum nicht auch mal 10-15 Experten mit 10-15 unterschiedlichen Ansichten, so dass diese politischen Entscheider was ganz verrücktes tun müssten, nämlich wählen. Hätte was mit Demokratie zu tun.

8.) Apropos Demokratie: Wo ist eigentlich unsere innerparlamentarische Opposition?

9.) Und natürlich bin ich nicht blöd, denn natürlich sehe auch ich die Zahlen im benachbarten Ausland, und vor allem sehe ich, dass dort eben auch die Zahlen der Hospitalisierten und Intensivpatienten ansteigen. Was in der Tat ein ernstes Problem ist.
Aber dafür bräuchte es keinen Experten. Nicht mal einen einzigen. Dafür bräuchte es nur Steffen Seibert, der sagt: "Seht, wie im benachbarten Ausland die Zahlen der Hospitalisierten und Intensivpatienten ansteigen."

10.) Und dann sagt der Seibert: "Seht, deswegen gibt's jetzt Beherbergungsverbote für Reisende aus innerdeutschen Risikogebieten." Wo dann wieder dutzende Experten, (inklusive Coyote-Karl Lauterbach) sagen, dass das überhaupt keinen Sinn macht. Entscheidender sei vielmehr, wie sich die Gäste am Urlaubsort verhalten. Einsame Waldspaziergänge sollen sich nämlich weniger zum Superspreaden eignen als Apre-Ski-Parties. Aber was weiß ich schon? Ich bin ja kein politischer Entscheider.

11.) Und das heißt, wenn ich also als Berliner in Bayern ins Hotel will, muss ich einen 48 Stunden alten negativen Choronatest vorweisen. Lustig: Wegen der dadurch erhöhten Nachfrage nach Choronatests liegt ein Ergebnis innerhalb von 48 Stunden nicht vor.

12.) Was eh blöd ist, weil diese Coronatests dadurch jetzt nicht mehr da zur Verfügung stehen, wo sie dringend gebraucht werden, nämlich zur Abklärung bei Leuten, die Symptome haben. 


13.) Zum Glück bin ich Kabarettist. Denn dann darf ich aus beruflichen Gründen auch ohne Coronatest ins bayerische Hotel. Dann bin ich nämlich nicht mehr infektiös.

14.) Und wenn es in einem Bundesland auch aus beruflichen Gründen nicht erlaubt ist, dann übernachte ich dort eben privat bei Freunden oder Verwandten. Denn auch dann bin ich ja nicht mehr infektiös.


15.) Andere Frage: Warum gehören Hygienemaßnahmen, wie z B Händewaschen zu den AHA-Regeln, wenn sich doch herausgestellt hat, das eine Verbreitung über Oberflächen so gut wie ausgeschlossen werden kann?

16.) Ich weiß übrigens aus zuverlässiger Quelle, dass in einer deutschen Großstadt (Name wird aus Diskretionsgründen verschwiegen) die Angehörigen der Berufsfeuerwehr grundsätzlich nicht auf Corona getestet werden. Weil im Falle eines einzigen positiven Ergebnisses der ganze Löschzug in Quarantäne müsste. Und dann wär's das mit dem Brandschutz.

17.) Die kleine Tochter meines Nachbarn war in ihrer Grundschule mit Maske für 60 Sekunden zusammen mit einer einzigen maskierten Aufsichtsperson mit 10 Meter Abstand in einem großen Klassenzimmer. Als die symptomfreie Aufsichtsperson jetzt positiv getestet wurde, musste die Tochter für 14 Tage in häusliche Quarantäne. Die Eltern, die jetzt 2 Wochen lang ihr anscheinend hochinfektiöses Kind zu Hause beaufsichtigen mussten, durften sich weiter ganz normal durch die große weite Welt bewegen.

18.) Was passiert eigentlich mit Kindern, die in genau der Altersphase Masken tragen, wenn sie unbedingt mit Dreck, Bakterien und Keimen in Berührung kommen müssen, um ihr Immunsystem zu entwickeln?

19.) Und was passiert eigentlich mit Kindern, die in genau der Altersphase Masken tragen, wenn sie unbedingt in ihrer Psyche Vertrauen fürs Leben bilden müssen?

20.) Warum warnt Wolfgang Schäuble die Bundestagsabgeordneten vor einem CO2-Anstieg im Blut durch Maskentragen, die Bevölkerung aber nicht?

21.) Antwort: Weil Schäuble durch übertriebenes Drama sensibilisieren wollte. Hmmm, durch übertriebenes Drama sensibilisieren, wieso muss ich jetzt an Markus Söder denken?

22.) Was mich zur nächsten Frage führt: Wie würde Söder eigentlich argumentieren, wenn seine Umfragewerte sinken?

23.) Und wie geht es eigentlich zurzeit all denjenigen, für die der Anblick von Mund-Nasemasken ein sexueller Fetisch ist? Hat mal jemand an die gedacht?

24.) Der Virologe Christian Drosten empfiehlt übrigens, dass in der Weihnachtszeit Angehörige vor Familienfeiern eine Woche in freiwillige Quarantäne gehen sollen. Wer sich mit den Gepflogenheiten eines normalen Familienlebens auskennt, würde natürlich statt "Quarantäne vor der Familienfeier." lieber "Quarantäne statt Familienfeier" empfehlen.

25.) Was dann auch eine Chance für die These von Alexander Kekulé wäre. Wenn die WHO jetzt mit den Vorbereitungen beginnen würde, alle Menschen auf der ganzen Welt darauf einzustellen, von Heiligabend bis 6. Januar zu Hause zu bleiben, wäre der Spuk vorbei.

26.) Nur, dass dann alle staatlichen Subventionen für Impfstoffforschung rausgeschmissenes Geld wäre.

27.) Hmmmm...??






 



Kommentare

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9 Kommentare
#9 Karin Schubert schrieb am 18.10.2020 13:18

Verrückte Welt - auf den Punkt gebracht! Danke für die klaren Worte. Es wird Zeit, dass wir aus der Schockstarre aufwachen und den Wahnsinn auch klar benennen.

BUTZKOMMENTAR:
#8 Antonia Lersch schrieb am 17.10.2020 14:05

Wie immer auf den Punkt gebracht!!! Die politischen Gremien eine Nabelschau im eigenen Biotop, der "Experte" ein Beschwichtig-Schwafler, kritische Stimmen außen vor oder sogar mundtot gemacht - ob Deutschland oder Österreich - überall das Gleiche... Zugegeben: es ist eine einmalige Situation mit einer immer noch wenig bekannten Gefahr, daher sicher nicht leicht zu entscheiden, aber schon interessant, dass allüberall die "Experten" gehyped werden, die zum Beschwichtigen passen...

BUTZKOMMENTAR:
#7 Regina Frietsch schrieb am 17.10.2020 08:48

Butzko for President!!!

Es ist zum Lachen, wenn es nicht so fürchterlich zum Weinen wär. Mir geht's exakt wie Dir. Könnte langsam durchdrehen mit diesen großartigen Entscheidungsträgern. Danke für Deine klären Worte!

BUTZKOMMENTAR: