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Licht aus (OKT 20)

Liebe Freundinnen und Freunde des politischen Kabaretts,

seit Ende August habe ich jetzt endlich mal wieder den ein oder anderen Live-Auftritt mit Publikum gehabt, wobei man festhalten muss, dass die Hälfte der Termine nach wie vor abgesagt wird.
Der Grund dafür ist, dass die Hygieneregeln der Regierung weiterhin für viele Veranstalter eben nun mal kein wirtschaftliches Betreiben ihrer Bühnen ermöglichen. 1,5 Meter Abstand zwischen den Sitzen bedeutet am Ende eine Platzausnutzung von 30%, und damit spielt man nicht mal die Betriebs- und Personalkosten ein. Oder um es mit Ilja Richter zu sagen: "Licht aus - Womm. Spot an - Teuer!"
 
Wenn Markus Söder also meint, man könne doch ein Kleinkunsttheater genau so betreiben wie eine Kirche, dann hat er zwar in einem Punkt recht: Denn was haben Kabarett und Kirche gemeinsam? In beiden Fällen steht ein Komiker vor den Leuten.
Was Söder aber dabei nicht auf dem Schirm hat, ist ein entscheidender Unterschied, nämlich dass der Komiker in der Kirche nicht durch Eintrittsgelder finanziert wird, und froh wäre, wenn er mal 30% Platzausnutzung hätte.

Die Auftritte, die ich also in den letzten Wochen durchführen durfte, waren alle mehr oder weniger mit Subventionen, Sponsoren, oder Kulanz finanziert. Manche auch mit Kamikaze oder Harakiri. Aber immer mit einem hohen Maß an Innovation und Improvisation organisiert, und mit Haare raufen, schlaflosen Nächten und Blutdrucksenker.

Und was man dann als Künstler vorfinden durfte, waren ausgeklügelte, feinst abgestimmte Konzepte, durch welche Tür ein Zuschauer den Saal betreten, und durch welche andere er ihn verlassen musste. Plexiglasspuckschutzfenster an der Kasse, Handdesinfektionsmittelspender an der Garderobe, Fiebermessungen am Eingang, Adresslisten mit Einmal-Kugelschreibern, kostenlose Verteilung von Mund-Nasen-Masken, fest fixierte Stühle im Innenraum, Bewirtung am Platz, Abstandsmarkierungen vor den Toiletten. Durchlüftungssysteme mit Frisch-, Um- und Abluftanlagen.
Und am nächsten Vormittag saß man dann auf dem Weg zum nächsten Auftritt in einer vollgestopften Regionalbahn, wo alle diese Hygienemaßnahmen nicht stattfanden.

Zugegeben, wenigstens Mund-Nase-Masken habe alle in diesem Zug getragen, viele auch über Mund und Nase. Aber während von der Veranstaltungsbranche Maßnahmen gefordert werden, die sich vorne und hinten nicht rechnen, die zum Teil sogar richtig ins Geld gehen, wie z B den Einbau von Belüftungskonstruktionen, sitzt man dann bei An- und Abreise zu den Veranstaltungen in Regionalzügen eng eingepfercht zwischen Massen von Pendlern, Reisenden, Jungesellinnenabschieden und Shoppingausflüglern und die einzige Belüftung ist ein gekipptes Klappfenster.

Alldieweil ich von einigen Theatern die Information erhalten habe: Wenn ab Dezember nicht wieder Normalbetrieb läuft, läuft ab Januar dann nichts mehr.
Oder um es mit Ilja Richter zu sagen: "Licht aus - Womm. Spot an - Nein!"

Verdanken können wir diese Lage den höchst ungerechten, ignoranten und inkompetenten Wirtschaftsrettungsbeschlüssen der schwarz-roten Bunderegierung, weswegen ich einen Entschluss gefasst habe, den ich hier jetzt feierlich verkünde:

Wenn irgendwann mal wieder von UNION oder SPD eine Anfrage kommt, dass man im Rahmen einer Parteiveranstaltung einen Kabarettisten braucht, der den Ablauf mit satirischen Beiträgen auflockert, dann lehne ich ab.
Und wenn das alle Komikerinnen und Komiker machen würden, dann könnten diese Politikdarsteller ja sogar mal am eigenen Leib erleben, wie es ist, wenn es bei ihnen nichts zu lachen gibt.

Und wenn außerdem auch noch sämtliche Licht- und Tontechniker, die ebenfalls seit Mitte März von der Regierung vertröstet und verarscht werden, das selbe machen, dann würden unsere Volksvertreter sogar auch mal erfahren, wie es ist, übersehen und nicht gehört zu werden.
Oder um es mit Ilja Richter zu sagen: "Licht aus - jaaaaa......!"

 



Kommentare

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8 Kommentare
#8 Dieselstrasse ES schrieb am 29.09.2020 22:13

und in Kneipen dürfen 20 Menschen (auch wenn sie sich nicht kennen) unmaskiert an einem Tisch sitzen sofern zum Nachbartisch 1,5m Abstand herrscht.

Wenn wir das auch dürften könnten wir statt 240 immerhin 120 Gäste setzen, so leider nur 60. Damit können wir nicht mal Figurentheater für Kinder kostendeckend durchführen - und wir sind alles Ehrenamtler!

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#7 Harold Heim schrieb am 29.09.2020 08:44

Hallo, HG,

wie wäre es, wenn man diesen Ihren Beitrag mal an die neuen Propheten im Land schicken würde? Herrn Drosten oder die Weisen des RKI? Vielleicht existiert da noch ein Rest Hirn, den man wiederbeleben könnte? Was bei den meisten Politikern offensichtlich nicht mehr der Fall ist.

BUTZKOMMENTAR:
#6 Stephanie Dietrich schrieb am 29.09.2020 00:31

Hallo Buzko,

das gleiche passiert in den Schulen: eingezeichnete Laufkorridore, Abstandsmarker, Abstände in den Klassen - und dann überfüllte Schülerbusse mit Stehplätzen.

BUTZKOMMENTAR: