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Deutschland Schwarz-Weiss (SEPT 19)

 

 

Liebe Freundinnen und Freunde des politischen Kabaretts,

 

wie viele von Euch ja wissen, bin ich im Gelsenkirchener Stadtteil Schalke gegenüber dem Stadion "Glückauf Kampfbahn" aufgewachsen, was mich so dermaßen nachhaltig geprägt hat, dass mein Herz in den letzten Wochen genau so nachhaltig jetzt gebrochen wurde.

 

Bevor ich näher darauf eingehe, möchte ich jeden einzelnen jetzt erst mal bitten, sich selber ganz ehrlich eine Frage zu beantworten, nämlich: "Wie oft wurdest Du in Deutschland schon mal wegen Deiner Hautfarbe benachteiligt?" Wenn Deine Antwort: "Nie" lautet, möchte ich Haus und Hof darauf verwetten, dass Du weiss bist.

 

Und eine zweite Frage lautet: "Wenn Du weiss bist, wie oft hast Du schon mal an einem Grundkurs oder Wochenendseminar oder einer Fortbildungsmaßnahme teilgenommen zum Thema: "Woran kann ich als Weisser Rassismus überhaupt erkennen?" Dann würde ich jetzt sogar noch eine Hypothek auf Haus und Hof aufnehmen, um darauf zu wetten, dass Deine Antwort ebenfalls "Nie" lautet.

 

Und jetzt stellt Euch vor, der weiße Fußballfunktionär Clemens Tönnies äußert auf einer Veranstaltung über das Fortpflanzungsverhalten der Afrikaner zwei diskriminierende Sätze, die inzwischen in Deutschland weit verbreitet wurden, nämlich: "Warum bauen wir nicht jedes Jahr 20 große Kraftwerke in Afrika? Dann hören die auf, Bäume zu fällen, und wenns dunkel ist, Kinder zu produzieren."


Und reflexartig wurden Stimmen laut, die besagten, dass die Aussage von Tönnies halt nur so rausgerutscht war. 

Was natürlich nicht nur inhaltlich falsch ist, sondern auch faktisch. Denn da gab es ja noch einen dritten Satz von ihm, direkt nach den beiden erst genannten, und dieser dritte Satz lautete: "Ich bin in Sambia gewesen, dort gibt es 14,6 Kinder pro Päärchen. Ja, was machen die, wenns dunkel ist?" Und mal ehrlich, wenn das ein Ausrutscher gewesen sein soll, dann hatte der aber eine ziemlich lange Bremsspur.

 

Und erst nach diesem dritten Satz geschah es, dass 1600 weiße Leute Beifall klatschten. Und das schöne: Nicht einer von denen würde von sich selber sagen, man sei Rassist. Und das noch schönere: Die allermeisten würden das auch so meinen. Daraus folgt: Es gibt in Deutschland zwar Rassismus, aber keine Rassisten. Ist das nicht beruhigend?!

 

Wobei der Vorwurf des Rassismus im Fall Tönnies ja "unbegründet" ist. Sagt wer?

Huub Stevens. Und Heribert Bruchhagen. Und Otto Rehagel. Und Peter Neururer, Und Friedhelm Funkel. Und BGH-Richter Thomas Fischer. Und Wolfgang Kubicki. Und Siegmar Gabriel. Und der Afrikabeauftragte der Bundesregierung Günter Nooke. Und der SWR-Intendant Kai Gniffke. Und der Vorstand von Schalke 04. Und der Ehrenrat von Schalke 04. Und welche Hautfarbe haben all diese Leute? Na schau mal an, die sind ja alle weiß.

 

Und wie viele Grundkurse, Wochenendseminare oder Fortbildungsmaßnahmen zum Thema "Rassismus" haben die besucht? Hmmm, kann man eigentlich auf Hypotheken noch mal Hypotheken aufnehmen? Ich frag nur für eine todsichere Wette.

 

Die Logik für Mitglieder der weißen Dominanzgesellschaft ist also ganz einfach: Wenn man von sich selber sagt, man sei kein Rassist, erhält man dadurch automatisch die Bestätigung, dass man deswegen auch nie etwas Rassistisches tun oder äußern könnte. Und wer erteilt diese Bestätigung? Mitglieder der weißen Dominanzgesellschaft. Ist das nicht praktisch?!
Das ist so, als würde Uli Hoeneß Schwarzgeld bunkern und sagen: "Aber ich bin kein Steuerhinterzieher", und ein Richter würde darauf zu dem Ergebnis kommen: "Na dann liegt ja wohl auch kein Vergehen vor."

 

Darum jetzt mal ganz langsam für alle zum Mitschreiben: Man muss kein Rassist sein, und kann sich dennoch rassistisch äußern. Man kann sogar aufrichtig kein Rassist sein wollen, und kann sich dennoch rassistisch äußern.  

Das blöde bei diesem Thema ist nämlich, dass wir Weissen so selbstverständlich in unserem "Weiß-sein" erzogen wurden, dass wir mitunter gar nicht merken, wenn wir uns Nicht-Weißen gegenüber diskriminierend verhalten. So, wie ein Handballspieler sich darüber wundern würde, wenn er beim Fußball die rote Karte bekäme. 

 

Die schlechte Nachricht ist also:

Es ist für Weisse so gut wie unmöglich, niemals rassistisch zu sein.

Die gute Nachricht ist: Man kann daran arbeiten, um das zu ändern.

Die entscheidende Frage dabei lautet: Will man dazulernen? Oder will man, dass die Erde eine Scheibe bleibt?

 

Für die ersten gibt es z B dieses Buch-> klick. Für alle anderen nicht mal was von ratiopharm.

 

Komisch in dieser ganzen Angelegenheit ist nämlich, dass es ja auch Leute gibt, die sagen, dass die Äußerungen von Tönnies sehr wohl rassistisch waren, wie z B Hans Sarpei, Gerald Asamoah, Cacau, Pablo Thiam. Charles M Huber, Nelson Müller. Aber das sind ja Schwarze. Und mal ehrlich: Was wissen die schon, gell?

 

 


 

 

 

 

 



Kommentare

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11 Kommentare
#11 Heinrich Glöckle schrieb am 23.08.2019 13:57

Bin noch nicht fertig.

 

Tönnies mit seiner Aussage nicht so verkehrt. Sein Nachsatz war absolut überflüssig. Stimmte aber auch. Siehe der Stromausfall vor Jahren in New York mit dem Resultat nach neun Monaten.

 

Wir heben uns bei der Debatte auf einen moralischen hohen Stuhl und sehen nicht, was wir für die Probleme und Auswirkungen in Afrika (und anderswo ) selber dazu beitragen. Mit Umformulierungen wie Schokoküsse, Serbisches Schnitzel u.a. ist es nicht getan.

 

Selbstkritik und nachdenken tut zur Zeit sehr gut

 

Hoffentlich fühlt sich jemand angesprochen

Heinrich Glöckle

BUTZKOMMENTAR:

Aus jeder Silbe Deines Beitrags springt einem Deine privilegierte Hautfarbe entgegen. Vor allem Deine Sinti-und Roma-Spekulationen und Auslassungen über die Gaststätte "zum Mohren" sind eigentlich nur traurig, wären sie nicht gleichzeitig auch ignorant. Nicht zuletzt, dass diejenigen, die permanent in die Fresse kriegen, das Problem bei sich suchen sollen, und Jäger(-Schnitzel) mit Gejagten(-Schnitzel) auf eine Stufe zu stellen, ist zutiefst verletzend und beschämend.

Wenn Du wirklich verstehen willst, inwiefern Tönnies mit jeder (!) seiner Äußerungen bezügl der Zusammenhänge von globalem CO2-Ausstoß und Geburtenraten in Afrika nur stereotype rassistische und kolonialistische Klischees verbreitet, besorg Dir das empfohlene Buch,

Die gesamte Theorie von Tönnies ist genau so widerlegt wie z B die Story mit dem Stromausfall in New York:

Zitat; [...] Der Professor von der University of North Carolina analysierte die kompletten Geburtsstatistiken von New York. Er konnte mit seinen Ergebnissen die Behauptung von einem Baby-Boom nach Stromausfall rasch widerlegen. Die Häufungen, die Tolchin beschrieben hatte, seien ganz normale statistische Ausreißer, die man in einer Stadt mit vielen Krankenhäusern täglich finden könne. Sie würden durch niedrige Geburtenraten in anderen Kliniken wieder ausgeglichen. Udry veröffentlichte seine Ergebnisse in der Fachzeitschrift "Demography" und schloss seine Abhandlung mit dem Satz: "Viele Menschen finden offenbar Gefallen an der Vorstellung, dass Menschen, die durch ein unvorhergesehenes Ereignis von ihren gewöhnlichen Aktivitäten abgehalten werden, sich der Kopulation zuwenden." [...]

Quelle: https://www.n-tv.de/wissen/frageantwort/Gibt-es-mehr-Geburten-nach-Stromausfaellen-article13039136.html

Für Dich gilt vor allem diese Stelle im Text: "Willst du dazulernen?"

#10 Heinrich Glöckle schrieb am 23.08.2019 13:48

Hallo HG und Leserfreunde,

 

endlich mal unterschiedliche Meinungen zu der Monatspost.

Zu dem langjährigen Bezeichnungen wie Zigeunerschnitzel, Mohrenköpfe, Sarottimohr, Jägerschnitzel. u.a. nachstehendes.

Jäger haben sich nicht beschwert, die erstgenannten sind alles langjährige Bezeichnungen ohne jedwedigen negativen Hintergrund (sonst wäre diese ja auch nicht gegessen worden) Da wir aber in der Bezeichnung umgestiegen sind auf andere Namen wie "Sinti, Roma,Farbige, Dunkelhäutige, Afrikanische Migranten ... Was hält uns also ab, den Negerkuss oder Mohrenkopf so wieder zu bezeichnen? In meinem Geburtsort (kann ich nicht nennen wegen dem zu erwartenden Shittstorm, leider) gibt es seit über Hundert Jahren eine kleine Gaststätte die sich "zum Mohren" nannte. Die ganzen Jahre hatte noch nie einer ein Problem damit Wer jetzt ein Problem damit hat, hat das Problem bei sich zu suchen.

 

Nun zum Monatskomentar.

Auch ich finde die Aussage von Herrn Tönnies unglücklich und verfehlt. Doch was ist den die Botschaft seiner Aussage?

Für mich hat der Inhalt seiner Botschaft einen wahren Kern. Auf den geht du leider überhaupt nicht ein. Fehlende Infrastruktur, Strom, Bildung, sicheres Auskommen, keine Kriege und Korruption sind u.a. die Ursachen für das Leid der Menschen in Afrika. Die EU als Wirtschaftsmacht ist daran mit beteiligt. Toennies

BUTZKOMMENTAR:
#9 lutz schrieb am 22.08.2019 18:30

Hast Du von dieser Industriebonzen - Muschpoke etwas anderes erwartet?

BUTZKOMMENTAR: