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Wenn ich das richtig verstanden habe (NOV 20)

Liebe Freundinnen und Freunde des politischen Kabaretts.

Vorab, damit keine Missverständnisse entstehen: Ja, ich halte Covid19 für ein Krankheit, die nicht ungefährlich ist, und nein, ich habe keine Sympathien für eine Protestbewegung, die nicht Willens oder in der Lage ist, sich von rechtsextremen Einflüssen zu distanzieren.
Wer mehr von mir dazu erfahren will, lese meine Beiträge der letzten Wochen und Monate zum Thema Corona.
(Quelle

So, und nun zu meinem Beitrag von heute:
Gestern wurde ja im Bundestag über das neue "
Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite" heftig debattiert, und zwar so heftig, dass sich auf der Straße vor dem Reichstagsgebäude ähnliche Szenen abspielten, wie vor Jahren mal im Stuttgarter Schlosspark. Aber nur ähnliche.
Unterschied: In Stuttgart zielten die Wasserwerfer auf die Köpfe der Leute. In Berlin ließen sie Sprühregen rieseln. Da sage noch mal einer, die Polizei würde nichts dazulernen.

OK, Gegendemonstranten, wie z B in Frankfurt, die kriegen immer noch den harten Strahl in die Fresse. Da sage noch mal einer, die Polizei würde dazulernen.

Was das Gesetz selber betrifft, so bin ich ja weder juristischer noch verfassungsrechtlicher Spezialist, weshalb ich mich an dieser Stelle auch (noch) nicht abschließend zu dem Gesetz äußern kann. Und wie sagte mal der Vorzeige-Antirassist unter den deutschen Kabarettisten: "Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten." Und zwar aber nicht in den Strahl eines Wasserwerfers.

Warum ich dennoch diesen Beitrag verfasse, liegt an einem Detail dieses Gesetzes, dessen Bedeutung ich nicht so richtig einordnen kann. Und wofür ich Eure Unterstützung brauche. 

Wenn ich das Gesetz nämlich richtig verstanden habe, gilt das nur für SarsCov2. Also nicht für Influenza, nicht für Herpes, nicht für SarsCov3. SarsCov4 fällt ganz aus. Das heißt, sobald SarsCov2 verschwunden ist, macht dieses Gesetz sich von selber überflüssig. Also, wenn ich das richtig verstanden habe. Und wenn ich das weiterhin richtig verstanden habe, dann wird SarsCov2 aber  - trotz Impfstoff - gar nicht so schnell verschwinden. Ja, hoppala.

Ich mein, ich bin ja nicht nur kein juristischer Experte, sondern ich kenne mich ja auch mit Virologie nicht aus, und wenn ich die Virologen aber richtig verstanden habe, dann sagen die übereinstimmend, dass wir lernen müssen, mit diesem Virus zu leben. Mit einem Virus, das neben vielen Symptomen z. B. auch unsere Geschmacksnerven tötet. Und mal ehrlich, ein anderes Virus, das unsere Geschmacksnerven tötet, nennt sich Dieter Bohlen, und mit dem müssen wir jetzt schon seit über 40 Jahren leben.

Aber zurück zu dem Gesetz. Jens Spahn erklärt auf der Webseite des Bundesgesundheitsministeriums u.a.:

"
So können betroffene Regionen insbesondere bei einer Überschreitung eines Schwellenwertes von über 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen umfassende Schutzmaßnahmen ergreifen, die eine effektive Eindämmung des Infektionsgeschehens erwarten lassen."
(Quelle)
 

Und an dieser Stelle tauchen für mich einige Fragen auf, zu dessen Lösung ich Eure Hilfe brauche. Wenn ich das nämlich richtig verstanden habe, dann handelt es sich bei diesem Schwellenwert von “50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen" nicht um einen Wert, der von Infektiologen oder Epidemiologen festgelegt wurde, sondern dieser Wert dient einzig und allein dazu, unser in Grund und Boden rationalisiertes und profitmaximiertes Gesundheitssystem vor dem Kollaps zu schützen.

Weshalb Jens Spahn ja auch kürzlich verkündete, dass im Notfall Ärztinnen und Pflegekräfte, die selber mit Corona infiziert sind, trotzdem weiter arbeiten und Dienst am Patienten vornehmen sollen. Gut, er hätte natürlich auch verkünden können, dass man dieser zweiten, und noch dazu angekündigten Coronawelle im Herbst mit einer Anwerbeoffensive für mehr Pflegekräfte begegnen wird. Aber dazu hätte man ja eine Sommerpause nutzen müssen. Und da war Jens Spahn aber anderweitig beschäftigt. Schließlich fordert der Umzug in eine 4-Millionen-Euro-Villa ja auch einiges an Aufmerksamkeit. Es sei ihm gegönnt.

Wie auch immer. Zurück zu den “50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen". Wenn ich das nämlich richtig verstanden habe, dann steht in diesem Gesetz nicht mit einer Silbe erwähnt, welches Testverfahren für diesen Wert herangezogen wird.
Bislang wurde dazu der sogenannte PCR-Test verwendet. Und ich kenne mich ja 
- wie gesagt - mit Virologie nicht aus, weswegen ich mal einen Virologen zitieren will, und zwar den Virologen, der diesen PCR-Test zur Bestimmung von SarsCov2 entwickelt hat, nämlich Prof Christian Drosten. Und der sagte im Jahr 2014 über dieses Testverfahren:

"Die Methode ist so empfindlich, dass sie ein einzelnes Erbmolekül dieses Virus nachweisen kann. Wenn ein solcher Erreger zum Beispiel bei einer Krankenschwester mal eben einen Tag lang über die Nasenschleimhaut huscht, ohne dass sie erkrankt oder sonst irgend etwas davon bemerkt, dann ist sie plötzlich ein Fall. Wo zuvor Todkranke gemeldet wurden, sind nun plötzlich milde Fälle und Menschen, die eigentlich kerngesund sind, in der Meldestatistik enthalten."
(Quelle)

Jetzt könnte man erwidern, dass dieses Interview von 2014 ist, und sich inzwischen in der Wissenschaft doch einiges weiterentwickelt haben dürfte. Und deswegen möchte ich noch ein Interview von 2019 anführen, und zwar mit Kary Mullis. Also mit demjenigen, der diesen PCR-Test überhaupt erfunden hat, und der dafür den Nobelpreis erhielt. Und der sagte:

"Mit PCR, wenn man es gut macht, kann man ziemlich alles in jedem finden. PCR ist ein Prozess, der aus etwas eine ganze Menge macht. Es sagt Ihnen nicht, dass Sie krank sind."
(Quelle)
(Das Video wurde anscheinend von einem niederländischen Physiotherapeuen gepostet. Ich habe nicht herausfinden können, ob und wie seriös dieser Mann ist. Ich hoffe, dass der nicht der heimliche Obernaziführer in Europa ist, von dem ich bislang nichts wusste. Und hoffe darum vor allem, dass die Aussagen von Kary Mullis für sich sprechen.)

So, und weil ich wirklich nicht weiß, wie ich die Statements von Drosten und Mullis einordnen kann, brauche ich jetzt mal die Hilfe von Euch, meine lieben Freundinnen und Freunde des politischen Kabaretts. Denn ich habe dazu ein paar Fragen, und mich würde interessieren, ob jemand von Euch mir weiterhelfen kann.

1. Frage: Wenn SarsCov2  - trotz Impfstoff - niemals mehr ganz verschwinden wird, wie wahrscheinlich ist es, dass man dann in Zukunft auch weiterhin bei PCR-Tests positive Ergebnisse erhält?

2. Frage: Wenn man die Zahl der täglichen Tests auf einem hohen Niveau hält, wie wahrscheinlich ist es, dass man dann in Zukunft auch weiterhin bei PCR-Tests so viele positive Ergebnisse erhält, dass der Wert über “50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen" liegt?

3. Frage: Wenn man mit der Strategie einer Zahl von täglichen Tests auf einem hohen Niveau bundesweit die höchsten Beliebtheitswerte aller Politiker erhält, wie groß ist das Interesse eines solchen Politikers diese Teststrategie zu ändern?

4. Frage: Wenn ein solcher Politiker diese Teststrategie nicht ändert, welche Konsequenzen hat das für die Definition, ab wann eine epidemische Lage von nationaler Tragweite vorliegt?

5. Frage: Oder habe ich da irgendetwas nicht richtig verstanden?

Ich meine das nicht ironisch. Ich befinde mich bei diesem Detail in einem Chaos an widersprüchlichen Informationen, so dass ich mich aufrichtig freuen würde, wenn Ihr mir dazu unten in die Kommentarfunktion Eure Ansicht schreiben würdet,

(Also abgesehen von antisemitischen Verschwörungstheorien. Auf die kann und werde ich verzichten.)

Mit bestem Dank für Eure Hilfe, und bleibt gesund,
Euer HG

 



Kommentare

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6 Kommentare
#6 Jörg Neubauer schrieb am 23.11.2020 11:52

Ein im Amt befindlicher Politiker, der jetzt umkehrt, riskiert viel. Ich würde ihn vielleicht wählen.

BUTZKOMMENTAR:
#5 Vera Schmeling schrieb am 19.11.2020 17:07

PCR ist eine reine Vervielfältigungsmethode, kein Nachweis, höchstens qualitativ. Meines Wissens auch nicht besonders selektiv oder spezifisch. Jede Probennahme müsste quasi "steril" erfolgen, und diese Standards sind nicht überall zu erfüllen. Sofern Covid vorliegt, ist noch kein Ausbruch gegeben, geschweige denn ein Todesfall vorhersagbar.

BUTZKOMMENTAR:
#4 Thomas Meid schrieb am 19.11.2020 14:40

Lieber H.G.

 

Ich bin auch kein Virologe, aber es gibt da so einige Hinweise, die mir trotzdem merkwürdig vorkommen.

 

SARS-CoV-2 heißt ja nur so, weil es schon SARS 1 gegeben hat. Dann war da auch noch MERS und wie sie alle heißen mögen.

 

Diesen Viren-Familien sind noch immer in der Welt. Mutationen sind altbekannt und von Zoonosen habe ich schon in Schulbüchern gelesen.

 

Hier ist nicht nur eine Sommerpause verschlafen worden, sondern fast ein Jahrhundert. Die spanische Grippe (die mit Spanien ungerechterweise in Verbindung steht) hat gezeigt, was passieren kann. Sogar mir Nicht-Virologe ist klar, dass es früher oder später eine Pandemie geben musste.

 

Frag doch mal einen Japaner, warum er in Düsseldorf schon immer eine Maske getragen hat. Na klar, der hat zu Hause schon MERS überstanden und weiß genau, was er tut.

 

Herr Drosten zitierte "There is no glory in prevention". Da man kein Geld damit verdienen kann, wenn man eine Gesellschaft medizinisch, technisch, organisatorisch und politisch auf eine Pandemie vorbereitet und weil die Pharmaindustrie an der eigentlichen Pandemie viel mehr verdienen kann, musste es soweit kommen.

Man muss sich nicht wundern, dass Hals-über-Kopf entworfene Maßnahmen viele Opfer fordern. Die Zeche zahlen wir alle, natürlich leider auch die Kultur.

 

Es wurde definitiv viel mehr als nur eine Sommerpause verschlafen!

BUTZKOMMENTAR: