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The return of the kalte Krieg (OKT 19)

Liebe Freundinnen und Freunde des politischen Kabaretts,

 

heute möchte ich auf ein Thema zu sprechen kommen, dass in der letzten Zeit meiner Meinung nach nicht die gebührende Aufmerksamkeit bekommen hat, nämlich, dass Donald Trump, der mächtige Maurermeister aus dem Weissen Haus, beschlossen hat, den INF-Vertrag aufzukündigen. Also jenen Vertrag, der seit rund 30 Jahren dafür sorgte, dass es zwischen den USA und Russland kein Wettrüsten gab. Und nun hat aber Donald Trump gesagt: "Die Russen halten sich nicht dran, deswegen halten wir uns nicht mehr dran."

Worauf Wladimir Putin, der kernige Konfliktkaschierer aus dem Kreml gesagt hat: "Die Amis halten sich nicht mehr dran, dann halten wir uns auch nicht mehr dran."

 

Und zack - is er wieder da: Ladies & Gentlemen, we proudly pesent: the return of the kalte Krieg. Und jetzt aber mal ehrlich: 30 Jahre Rüstungskontrolle waren doch aber auch genug, oder? Was haben uns die letzten 30 Jahre Entspannungspolitik denn schon gebracht?

Osteuropäische Länder, die sich beim Eurovision Song Contest gegenseitig die Punkte zuschieben, und jede Menge Russen, die an unseren Badeorten unsere Sonnenliegen mit ihren Handtüchern belegen. Damit ist jetzt wieder Schluss. Jetzt bekommen diese Leute wieder Ausreiseverbote. Und endlich können wir im Urlaub unsere Streitigkeiten wieder mit den Engländern ausfechten. Also wenn die sich nach ihrem Brexit überhaupt noch Auslandsreisen leisten können.

 

Aber erinnert Ihr Euch noch an die gute alte Zeit des guten alten Ost-West-Konfliktes?

Wir waren die Guten, und die anderen die Bösen.

Wir haben die Wahrheit verbreitet, und die anderen Propaganda.

Wir haben noch BAP gehört, und die anderen Ivan Rebroff.

 

Und das hat uns so dermaßen bedroht und Angst gemacht, weshalb wir dringend Cruise Missiles und Pershing-2 Raketen brauchten. Jaja, Ivan Rebroff war schuld.

 

Worauf dann Hunderttausende in der Friedensbewegung und auf Östermärschen gegen den Krieg demonstriert haben, und dabei Natoparka und Arafattuch trugen. Überleg mal, mit Natoparka und Arafattuch gegen den Krieg demonstrieren, das ist so, als würdest du gegen Dominanz im Fußball auf die Straße gehen, und dabei ein Trikot von Bayern München tragen.

 

Wer damals lange Haare hatte, sollte nach drüben gehen. Und wenn man sich diesen Vorsitzenden der Grünen, diesen Anton Hofreiter so anschaut, dann kann man es doch kaum erwarten, bis es endlich wieder ein drüben gibt.

 

Und wer weiß, vielleicht dürfen wir es ja wirklich noch erleben, und die Mauer wird wieder gebaut. Also nicht die zu Mexiko, nein, Ihr wisst schon. Es gibt in Deutschland so viele Leute, die in den letzten Jahren unmissverständlich gesagt haben, dass sie sich nach Zeiten zurücksehen mit richtigen Grenzen und Stacheldraht und Schießbefehl. Vielleicht wird diesen Leuten ja dieser Wunsch erfüllt.

 

Und wenn Sachsen sich schon Freistaat nennt, dann doch aber bitte auch richtig, mit allen Konsequenzen. Und der Freistaat Bayern...ähh...naja... warum nicht auch? Die Mauer muss wieder her, nur diesmal quer.

 

Aber wäre das nicht schön, wenn wieder ein Gleichgewicht des Schreckens herrschen würde? Darum ging es ja früher im kalten Krieg: Um das Gleichgewicht des Schreckens! Zuletzt dachte man bei Gleichgewicht des Schreckens doch nur noch an die Wildecker Herzbuben.

 

Jetzt denken sich manche: "Hä? Wofür haben die Russen denn heimlich den Wahlkampf von Trump unterstützt? Wenn der jetzt so auf Konfrontation aus ist?" Das ist eine gute Frage. Und die Antwort lautet:

In beiden Ländern, in den USA und in Russland gibt es eine Rüstungsindustrie. Mit Zulieferbetrieben und Dienstleistern. Militärisch-industrieller Komplex, so nannten wir das früher. Und wenn man bedenkt, dass jedem säbelrasselnden Imponiergehabe ein Minderwertigkeitsgefühl zugrunde liegt, bekommt der Begriff "Komplex" dabei sogar eine völlig neue Bedeutung.

 

Aber wenn man Rüstung als einen Wirtschaftsfaktor begreift, von dem nicht nur Außenhandelsüberschüsse abhängen, sondern auch Bruttoinlandsprodukte, und Millionen von Arbeitsplätze, noch mal zum Mitschreiben: Millionen (!!) von Arbeitsplätze, dann ist Militarismus für diese Leute nichts anderes, als eine Geldbeschaffungsmaschinerie.
Und dann verwundert es auch nicht wirklich, wenn Trump und Putin sich darin einig sind, dass sie sich nicht einig sind, und in gegenseitiger Uneinigkeit gemeinsame Sache machen, und den Rüstungsrubel rollen lassen. Oder wie es Ivan Rebroff einst so schön sang: "Wenn ich ein mal reich wär..."

 



Kommentare

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3 Kommentare
#3 Hans-Willy Tillig schrieb am 24.09.2019 16:49

Phantastisch, voll auf den Punkt getroffen

BUTZKOMMENTAR:
#2 Rainer Luft schrieb am 24.09.2019 01:19

Lieber HG,

irgendwie habe ich im Hinterkopf gehabt, dass Du ein Verfechter der sauberen Sprache mit korrekter Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung bist. Aber leider bin ich in diesem Punkt durch diesen Newsletter (der mich ansonsten wie immer zum Lachen und Nachdenken gebracht hätte - ja, trotzdem auch hat ...) enttäuscht worden. Darf ich dir daher anbieten, für zukünftige als Korrektor zu dienen?

Viele Grüße

Rainer

BUTZKOMMENTAR:
#1 Günter Riedl schrieb am 23.09.2019 17:50

Ich kann diesem herrrlichenn Beitrag wieder nur zustimmen. Aber sei doch mal ehrlich; hast Du nicht einen wichtigen entscheidenden Faktor vergessen? Na, an allem sind doch die unsäglichen SUV-Fahrer Schuld. Egal ob Opel Mokka odr Audi Q8. Diese SUV-Fahrer sind doch die wahren Kriegstreiber und nehmen unseren Panzern den Sprit weg. Schöne Grrüße Günter

BUTZKOMMENTAR: