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Spahnsinn (März 21)

Liebe Freundinnen und Freunde des weltverbessernden Kabaretts,

am 13. März ist 365 Tage her, da hieß es plötzlich: „Husten, wir haben ein Problem.“ Weswegen dann von heut auf morgen alle Kleinkunstbühnen und Theater dicht gemacht wurden. Und meine persönliche Bilanz sieht so aus: Gesund und munter?
1. Ja. Und 2. Nein.

Von 167 geplanten Auftritten fanden 36 statt. Hauptsächlich in den Monaten September und Oktober 2020, sowie für ein paar Fernseh- und Radioproduktionen. 131 Termine wurden abgesagt. Das ist öde fürs Gemüt und schnöde fürs Portemonnaie.

Wobei ich finanziell bislang einigermaßen über die Runden gekommen bin, was aber auch ein Privileg ist, und auf viele nicht zutrifft. Bin sehr gespannt, wie die gesamtwirtschaftlichen Schäden später noch aussehen werden. Viele sagen: Die letzte Welle in dieser Pandemie ist die Pleitewelle. Und da kann ich es kaum erwarten, dazu dann einen Kommentar von Karl Lauterbach zu hören.

Andererseits vergesse ich aber auch nicht, dass unsere Eltern und Großeltern zu ihren Lebzeiten noch viel längere Zeit in einem Ausnahmezustand verbrachten. Nur flogen denen noch die Bomben um die Ohren. Und da bin ich doch recht froh, dass von allen möglichen Katastrophenszenarien die allerkatastrophalsten uns bislang erspart geblieben sind. Mal abgesehen von dem Interview mit Meghan und Harry.

Aber man stelle sich nur mal vor, wir müssten mit Jens Spahn eine militärische Invasion bekämpfen. Kennt Ihr das, wenn in Hollywoodfilmen bei Schusswechseln
einige Typen mit ihren Knarren schießen und schießen, aber nie treffen? Die wurden alle von Jens Spahn gespielt.

Gleich zu Beginn letztes Jahr im Januar 2020 z B, da gab es einen Tag, an dem hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Gefahr einer globalen Pandemie auf "hoch" eingestuft. Drei Tage später sagte Jens Spahn: „Die Gefahr für Deutschland bleibt gering.“  
Schau an, innerhalb von drei Tagen gehörte Deutschland nicht mehr zur Welt. Wie hat der Spahn das geschafft? Er hat die Kontinentaldrift beschleunigt.

Inzwischen hat der Spahn aber dazu gelernt, und verkündete deswegen ein Jahr später, Anfang Januar 2021, dass Deutschland noch in diesem Sommer herdenimmunisiert sein wird. Während wieder die WHO, und diesmal am gleichen Tag mitteilt, dass es in keinem Land auf diesem Planeten in diesem Jahr eine Herdenimmunisierung geben wird. Da fragt man sich inzwischen: Ist Jans Spahn noch von dieser Welt?

Z B auch in einer seiner ersten Aussagen, Anfang März 2020 da sagte er, das Coronavirus sei „alkoholsensibel“. Genau das war seine Formulierung auf der Bundespressekonferenz. „Alkoholsensibel“. Worauf etliche Leute sich erstmal kräftig ein paar Schnäpse hinter die Binde gekippt haben: „Alls Colonaplofylllaxe.“
 
Da beginne ich auch zu ahnen, was genau Astrazeneca in seinem Impfstoff wohl drin haben könnte. Nebenwirkungen: Brummschädel und Übelkeit. Merkt Ihr was? Katersensibel.

„Alkoholsensibel“. Ich habe keine Ahnung, was man getrunken haben muss, damit einem so etwas einfällt, aber das würde zumindest eine weitere Aussage von Spahn erklären, auch vom Frühjahr 2020, zu Beginn der Pandemie:
"Es ist leichter, auf ein Konzert, einen Clubbesuch, ein Fußballspiel zu verzichten, als auf den täglichen Weg zur Arbeit."
Klingt nicht schlecht. Was man ihm nur erst erklären musste: Konzerte, Clubs und Fußballspiele durchzuführen: Für Millionen Menschen ist das der tägliche Weg zur Arbeit.
Aber woher soll der Spahn sowas auch wissen? Vielleicht muss er selber erst mal die Nationalmannschaft trainieren. Und Jogi Löw übernimmt im Gegenzug das Bundesgesundheitsministerium. Ich glaube, es kann in beiden Fällen nur besser werden.

Oder erinnern wir uns auch die Kompetenz von Jens Spahn beim Thema Masken. Erst hat er, Anfang Februar 2020 gesagt: „Mund-Nase-Masken nützen gar nix.“
Also, um sich selber vor einer Infektion zu schützen. Hieß es ja damals unisono: Die nützen nur, wenn man selber bereits infiziert ist, dann kann man mit einer Maske andere vor sich selber schützen. Worauf ich dachte: Deswegen tragen Leute, die in Laboren mit Virusstämmen arbeiten Masken: Damit sie die Viren nicht infizieren.

Das lustige ist nur, dass damals schon zu diesem Zeitpunkt, als es hieß, Masken nützen gar nix, da haben schon etliche medizinischen Fachleute in meinem privaten Umfeld mir bereits regelmäßig etwas über die Schutzfunktionen von sogenannten FFP2-Masken erzählten. Ja, Fachleuten war dieser Begriff schon zu Beginn längst ein Begriff. Während Jens Spahn bei FFP2 noch an einen Androiden aus Star Wars dachte.

Und so brauchte der Spahn einen Monat, bis Anfang März, da sagte er plötzlich: „Ja Hoppala, Masken nützen super“.  Und das hatte aber nichts damit zu tun, dass anfangs einfach nicht genügend Masken in Deutschland vorhanden waren. Iwo. Weil der Spahn deutsche Masken noch bis Anfang März in Ausland exportieren ließ. Mitnichten.

Das Problem war, dass ihm deutsche Maskenproduzenten ja erst Anfang Februar in einer Email geschrieben haben, dass wir bei uns im Land dringend Masken brauchen werden. Und das Problem ist: Der Spahn liest so langsam. Das dauert bei ihm schon mal vier Wochen.

Und deswegen sagte er ja damals: „Wer hätte sich denn jemals vorstellen können, dass mal von so einem Centprodukt mal so ein Mangel entsteht?“

Und das ist doch nachvollziehbar. Zwei Wochen nach dem ersten Sars-Ausbruch 2002 waren etliche Fachleute alarmiert, und setzten sich darauf zusammen und erörterten, wie man in Zukunft einer Pandemie effektiv begegnen könnte. Seitdem fanden zwanzig Jahre lang auf der ganzen Welt regelmäßig dutzende, hunderte Planspiele und Manöver statt. Selbst das Robert-Koch-Institut entwarf 2013 exklusiv für den Bundestag ein Pandemieszenario und hat dabei unter anderem darauf hingewiesen, dass bei Schutzbekleidung Engpässe entstehen werden. Und dann tritt der Ernstfall ein, und Jens Spahn so: „Huch! Das hätte ich mir ja nie vorstellen können.“

Dabei hätte er es sich gar nicht vorstellen brauchen, er hätte es sich nur durchlesen müssen. Sieben Jahre hatte er dafür Zeit. Aber er liest anscheinend noch langsamer, als ich dachte.

Und Schreiben kann er aber auch nicht. Denn als nächstes hat er ja deswegen eine Art Ausschreibung gemacht: Alle, die in Deutschland Masken produzieren können, sollen sich melden, wenn sie Masken produzieren wollen, und dann bekommen sie vom Bundesgesundheitsministerium dafür Fördergelder.
Und dann haben alle, die in Deutschland Masken produzieren können, sich gemeldet, und gesagt, dass sie Masken produzieren wollen, und bekamen vom Bundesgesundheitsministerium dafür Fördergelder.
Und zwar alle, die sich gemeldet haben. Alle! Bis hin zu: Briefkastenfirmen, Kosmetikstudios, und Produzenten für Hundewelpenwindeln.

Während professionelle und hauptberufliche Maskenhändler deswegen ganze Lagerhallen mit Maskenbeständen aufgefüllt haben, die dann vom Bundesgesundheitsministerium nicht abgeholt wurden.
Kennt Ihr diese Floskel: „Wie bestellt und nicht abgeholt“? Die hat der gleiche Mann erfunden, der in Hollywoodfilmen immer danebenschießt.

Dass Jens Spahn die Masken nicht abgeholt hat, war aber nur halb so schlimm. Vollends schlimm war, dass er die auch nicht bezahlt hat. Lesen kann er nicht. Schreiben kann er nicht. Und zahlen kann er auch nicht. Was kommt als nächstes?
Mit Förmchen Sandburgen bauen?

Könnte hinkommen. Wenn nämlich seit der 1. Welle im Frühjahr 2020 bekannt war, dass das Hauptrisiko für schwere Krankheitsverläufe bei alten Leuten besteht, wieso konnte dann in der 2. Welle Herbst/Winter 20/21 dort immer noch so viel Hauptrisiko bestehen? Wer hätte da Schutzmaßnahmen einleiten können? Hätte er alles im Sandkasten üben können. Aber Einleiten kann er eben auch nicht.

Hätte er z B im Februar auf die medizinischen Fachleute in meinem Umfeld gehört, hätte er 6 Monate Zeit gehabt, spätestens im September genügend FFP2- Masken unter der alten Bevölkerung zu verteilen. Und die hätten diese Masken wahrscheinlich mit Kusshand dem Spahn abgenommen. Ja, weil alte Leute stehen ja auf so schleimige Schwiegermutterschleimer.

Stattdessen hat er dann (Zitat:) „die erfolgreichste Corona-Warn-App in Europa“ auf den Weg gebracht. Resultat: Funkt nix, nutz nix, hat aber 68 Millionen Euro gekostet.
Bezahlt von den gleichen Leuten, die mit dem Durchführen von Konzerten, Clubs und Fußballspielen Steuern zahlen. Digitalisierung kann er auch nicht.

Die kann dafür Smudo, ein Rapmusiker, also einer von denen, der mit dem Durchführen von Konzerten, Clubs und Fußballspielen, Steuern zahlt. Der hat in Eigeninitiative eine funktionierende Corona-App entwickelt.
Der Spahn sollte sich schämen, aber selbst das kann er wahrscheinlich auch nicht.

Oder nehmen wir mal diese 7-Tages-Inzidenz von 50 oder 35. Die hat ja keinen wissenschaftlichen Wert, sondern ist eine Erfindung der Politik, die damit verhindern will, dass die Gesundheitsämter die Nachverfolgung nicht mehr schaffen. Was allerdings auch daran liegt, dass viele Gesundheitsämter ihre Daten noch mit Faxgeräten übertragen. Für die Jüngeren: Faxen ist sowas wie WhatsApp, nur mit Papier.

Das muss man sich mal vorstellen: Wir befinden uns im Jahr 2021, und seit 12 Monaten freut sich Jens Spahn, dass unsere Gesundheitsämter nicht mit Trommeln und Rauchzeichen kommunizieren.

Habe ich schon erwähnt, dass er Digitalisierung auch nicht kann?
Ja, man kommt ja gar nicht mehr mit, was er alles nicht kann.
Und apropos Impfstoff: Bestellen kann er auch nicht.

Und apropos Schnelltests. In etlichen Regionen sind Schnelltests schon längst im Einsatz und bewährt, während sie bundesweit erst noch bürokratische Prüf- und Genehmigungsverfahren durchlaufen müssen. Schnell kann er auch nicht.

Vor allem, weil er als Partner für diesen Plan Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer mit ins Boot geholt hat. Hallo? Noch mal für alle: An-dre-as Scheu-er…
Wurde von Jens Spahn dazu geholt.
OK, Witze machen kann er.

Aber so langsam ist es schon eine ziemlich lange Liste, oder? Wenn ich als Soloselbstständiger alles das nicht könnte, was ich können müsste, um meinen Beruf auszuüben, als Gesundheitsminister käme ich damit durch.

Weshalb Jens Spahn ja dann auch verkündete, dass im Notfall medizinisches Personal und Pflegekräfte, die selber mit Corona infiziert sind, trotzdem weiter arbeiten und Dienst am Patienten vornehmen sollen.
Und als ich das hörte, habe ich mich gefragt: Ist das Virus jetzt gefährlich, oder
Schalke 04?

Zumal ihm deutsche Kassenärzte schon lange vor Corona gesagt haben, dass sie sowieso schon an der Grenze der Belastbarkeit sind. Worauf der Spahn ihnen geantwortet hat: „Es wird ja niemand gezwungen Kassenarzt zu werden.“
Empathie kann er auch nicht.

Gut, er hätte natürlich auch dieser zweiten, und - wie gesagt - noch dazu angekündigten Coronawelle im Herbst mit einer Anwerbeoffensive für mehr medizinisches Personal begegnen können. Begegnen kann er auch nicht.
 
Aber dazu hätte er ja auch die Sommerpause nutzen müssen. Und da war Jens Spahn aber anderweitig beschäftigt. Schließlich fordert so ein Privatumzug in eine Millionen-Euro-Villa ja auch einiges an Aufmerksamkeit.
Millionen-Euro-Villa kann er auch ni... Äh… Moment. Nee. Doch! Das kann er.

Und dieser Mann ist  - das muss man sich mal vorstellen - einer der beliebtesten Politiker in Deutschland. Ein Krisengewinner wie Amazon oder Netflix. 80% der Deutschen sind laut einer Umfrage der Meinung, dass Jens Spahn einen super Job macht.
Derselbe Mann, der uns ständig Abstand predigt, und sich dann aber vor laufenden Kameras mit dutzenden Leuten in einen engen Fahrstuhl quetscht. Ich wusste gar nicht, dass 80% der Deutschen so einen subtilen Humor haben.

Und deswegen sagte der Spahn ja auch ganz am Anfang: "Wir werden uns viel verzeihen müssen." Und zumindest das Versprechen hat er gehalten.

 



Kommentare

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15 Kommentare
#15 Brigitte Weiss-Karla schrieb am 15.03.2021 16:40

Lieber H.G.Butzko, Du solltest Deine Kommentare in der Tagesschau laut vorlesen dürfen, vielleicht wachen dann ein paar Leute auf!!!

BUTZKOMMENTAR:
#14 Dr. med. Dieter Petschow schrieb am 15.03.2021 13:28

Danke!!!

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#13 K-H Ress schrieb am 12.03.2021 13:09

Wie ist das eigentlich mit der villa? wie und vom wem hat er die gekauft ? War der Preis angemessen oder gab es da einen Rabat, aus welchen Gründen auch immer.

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